Montag, 6. Januar 2014

Ein Rückblick auf 2013 - Distant Worlds Vienna

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Wow. 2013 war wirklich ein geniales Jahr voller Highlights. Vor allem für Videospieler. Fantastische Titel wie The Last of Us, GTA V, Ni No Kuni oder Beyond: Two Souls sind nur die Spitze des qualitativ hochwertigen Eisbergs. Mit Playstation 4 und Xbox One wurde zudem die nächste Generation der interaktiven Unterhaltung eingeläutet. Mein persönliches Highlight war jedoch das Distant Worlds Konzert am 15. Juni. Ganz nebenbei mein Geburtstag!


Die Vorfreude stieg

Bereits Monate vorher hatte ich mir zwei Tickets gesichert. Und nicht nur irgendwelche. Als Final-Fantasy-Fan musste ich natürlich VIP-Tickets haben. Das schloss nicht nur einen Platz ganz vorne mit ein, sondern auch ein Meet & Greet mit Dirigent Arnie Roth und meinem persönlichen Helden Nobuo Uematsu. Doch der Reihe nach.

Im Wiener Konzerthaus angekommen versprühte bereits alles Final Fantasy Stimmung. Es gab Merchandise und sogar einen Cosplayer, den ich jedoch leider verpasst hatte. Im Saal selbst waren die Plätze bis auf den letzten gefüllt und alle waren großer Erwartungen. Der Altersschnitt variierte zudem sehr stark. Von Schülern bis Studenten, über Pensionisten war wirklich alles vertreten. Nach einiger Wartezeit ging das Spektakel um 19:30 Uhr pünktlich los. Arnie Roth betrat gemeinsam mit dem Ensemble die Bühne und begrüßte schlussendlich den Mann des Abends Nobuo Uematsu, welcher selbst jedoch im Publikum blieb. (Wie gerne hätte ich neben ihm gesessen)


Die Fantasie beginnt

Mr. Roth, der seine Arbeit wirklich gut und sympathisch machte, begannt das Konzert natürlich mit dem Prelude zu Final Fantasy, welches jeder Gamer, der zumindest einen Teil gespielt hat kennen sollte. Weiter ging es mit Highlights aus allen Teilen der Reihe. Persönliches Highlight waren Vamo’alla Flamenco aus Final Fantasy IX und das grandiose Maria & Draco aus Final Fantasy VI. Für Lacher im Publikum sorgte das Chocobo-Theme. Bei so viel Knuddel-Faktor konnte sich sogar Mr. Roth ein Grinsen nicht verkneifen. Und auch Mr. Uematsu kam an einigen Stellen auf die Bühne und sang etwa bei One Winged Angel im Chor mit, oder begleitete Mr. Roth auf dem Klavier. Ein Traum. Auch das Battle-Theme aus Final Fantasy XIII (obwohl nicht Uematsus-Werk), begeisterte die Menge.


Sympathie-Faktor 100%

Ein großes Lob geht eindeutig an die beiden Herren Roth und Uematsu. Beide waren glaubwürdig, Publikumsnah und vollkommen sympathisch. Ich erinnere mich etwa an den Moment in dem Uematsu auf die Bühne rannte und die Tür nicht auf bekam. (Ziehen statt drücken… das alte Problem) Oder an seinen Auftritt am Klavier, welcher er zusammen mit einer Chocobo- und einer Tomberry-Plüschfigur absolvierte. Man merkte auch über die gesamte Dauer des Konzertes hinweg, dass die beiden Herren großen Respekt voreinander haben. Und trotz der großen Leistungen von beiden Seiten sind sie wirklich bodenständig.


Das Highlight vom Highlight: Das Meet & Greet

Nach dem etwa 2 Stündigen Konzert wurden jene Personen mit einem VIP-Ticket in einen separaten Bereich mit Getränken und Speisen gebeten. Nach kurzer Wartezeit und mit neuem Outfit betraten Roth und Uematsu schlussendlich den Raum. Der Kleiderwechsel war aber auch bitter nötig. Denn Dirigent Roth gab volle Leidenschaft und sein schwarzer Anzug war bald in Schweiß gebadet. Die Schlange zu den beiden formierte sich und vor mir waren etwa 50 Leute. Es war also mit einiger Wartezeit zu rechnen. Nur gut, dass es an Gesprächsstoff mit anderen Final Fantasy-Jüngern nicht mangelte. Überall erblickte man Merchandise und Spiele, welche die Fans signieren ließen. Allem voran Final Fantasy VII oder VIII. Ich jedoch entschied mich wie nicht anders zu erwarten für Teil IX. Meinen Allzeit-Favoriten. Als ich schlussendlich vor ihm stand, konnte ich es zuerst nicht glauben. Es war der Mann, der damals bei Final Fantasy IX meine Begeisterung für Videospiele und im Besonderen für Videospielmusik geweckt hatte. Für mich eine Legende. Schnell signierte er die Disk von Final Fantasy IX und ein Foto mit beiden Herren war absolute Pflicht. Nach einem kurzen Gespräch mit Uematsu-Sama kann ich nur sagen, dass ich beeindruckt bin wie bodenständig, charmant und freundlich der gute Mann ist. Meiner Meinung nach hat er das geschafft, was nur wenige Musiker schaffen. Generation verzaubern und tief berühren. Danke Uematsu-Sama!


Ein Schnappschuss für's Leben - der große Uematsu-sama und Mr. Roth


Am nächsten Tag im Hotel - Uematsu zum Frühstück! Wer ihn nicht findet: der unscheinbare Herr links oben im orangen Shirt ;-)


Am nächsten Tag

Das Konzert war vorbei und bei einem ausgiebigen Frühstück im Hotel ließ ich den vergangenen Abend Revue passieren. Kommt mir da nicht um die Ecke erneut Uematsu entgegen? Vor dem Frühstücksbuffet begrüßte ich ihn erneut und bedanke mich noch einmal für einen atemberaubenden Abend. Seine schlichten Klamotten (Jogginghose und T-Shirt) bestätigten mir erneut, dass er das Herz am rechten Fleck hat. Mein Fazit: Ein grandioses Erlebnis und eine inspirierende Persönlichkeit! Danke für alles!
 

Donnerstag, 2. Januar 2014

Buddy (Kino)

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Erneut begibt sich Michael Bully Herbig mit seinem neuen Film sowohl in den Regiestuhl, als auch vor die Kamera. Das führt ihn in für ihn unerforschte Genre-Gefilde. Diesmal sollte es die Fantasy-Romanze sein, die er sich vornimmt. Doch hat er dabei Erfolg und kann er an seine großen Erfolge anknüpfen?


Erbe des Hamburger Getränkeherstellers „Spurdelfactory“ und ewiger Junggeselle Eddie erlebt einen gewaltigen Schock, als plötzlich ein fremder Mann in seinem Schrank hockt. Dieser gibt sich als Buddy (Michael Bully Herbig) aus und begleitet ihn von dort an auf Schritt und Tritt. Das einzig merkwürdige: Niemand außer Eddie selbst sieht den Kerl. Eddie beginnt durch zu drehen und sucht sogar einen Psychiater auf, während sein Leben droht in die Brüche zu gehen. Immer wieder erscheint Buddy und erklärt bald, dass er ein Schutzengel sei. Ungläubig und vom Schicksal gebeutelt beginnt Eddie bald wirklich durch zu drehen. Erst nach einigen lebensverändernden Erlebnissen kommt er zur Einsicht. Buddy’s Geschichte muss wahr sein. Er versucht also sein Leben drastisch um zu krempeln und nebenbei die Liebe seines Lebens zu erobern.

Bully Fans sollte spätestens jetzt klar sein, dass sich der Film drastisch von Herbigs früheren Werken unterscheidet. Er will einen deutlich ernsteren Ton anschlagen, scheitert aber oftmals genau an diesem Punkt. Denn seine Vergangenheit kann Bully eindeutig nicht verleugnen und baut auch in Buddy einige typische „Bully-Moments“ ein. Das sind meiner Meinung nach dann auch die Höhepunkte. Denn emotional bleibt Buddy trotz der vielen Versuche über die meiste Zeit relativ flach. Erst gegen Ende hin entsteht etwas Romantik. Auch die Figuren haben so ihre Probleme. Allem voran Hauptcharakter Eddie. Mir persönlich ist es wahnsinnig schwer gefallen mich mit ihm zu identifizieren oder mit zu fühlen.

Dennoch hat auch Buddy seine guten Seiten. Vor allem das Ende hat mich wirklich positiv überrascht und war von mir so nicht vorhergesehen. Irgendwie wirkt Buddy wie ein Mischmasch aus klassischem Bully-Film und deutscher Liebes-Komödie. Meiner Meinung nach ist er sogar der „deutscheste“ Film denn Bully bis jetzt gemacht hat. Denn mit Buddy reiht er sich direkt zwischen Schwaiger und Schweighöfer. Nur dass ihm in diesem Genre eben die Erfahrung fehlt.


Fazit: Buddy ist wirklich kein schlechter Film und hat vor allem gegen Ende hin echte Höhepunkte. Zwischendurch wird hin und wieder durch Bully-typischen Humor aufgelockert. Hardcore-Herbig Fans die einen Nachfolger zu Schuh des Manitu, Traumschiff Surprise und Co erwartet haben werden leider enttäuscht. Wer jedoch unvoreingenommen in den Film geht wird recht gut unterhalten und Herbigs Auftritte entschädigen für den unsympathischen Hauptcharakter. Meiner Meinung nach sollte Bully jedoch eindeutig wieder zu seinen Wurzeln zurückkehren. Sein alter Stil passt definitiv besser zu ihm! Denn von der Genialität seines ersten Kinostreiches ist er weit entfernt.
 

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Der Hobbit 2 – Smaugs Einöde

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Ein Jahr ist vergangen, seit Peter Jackson die Fans mit einer mehr als soliden Umsetzung des Kinderbuchklassikers „Der kleine Hobbit“ überraschte. Nun erscheint mit Smaugs Einöde der zweite Teil der Trilogie.

Bilbo, Gandalf und die Zwerge haben Bruchtal verlassen und während sie einerseits vor den Horden der Orcs auf der Flucht sind, nähern sie sich immer mehr ihrem eigentlichen Ziel. Dem einsamen Berg Erebor. Doch abseits des Abenteuers braut sich etwas Düsteres zusammen, das schon bald zu den Ereignissen der Herr der Ringe-Trilogie führen wird. Genau wie schon der Vorgänger lebt auch Teil zwei vor allem von einem. Die Faszination der fremden und fantastischen Welt Mittelerde von Tolkien. Die Story ist gut und die Action schnell. Sogar Legolas erhält seinen Auftritt und der düsterere Unterton gefällt Fantasy-Fans natürlich. Doch das alles wäre nichts ohne Tolkiens atemberaubender Welt in Kombination mit den brillanten Effekten von Jackson’s Team. Riesen Lob von mir an dieser Stelle. Kein anderer Film schaffte es dieses Jahr, mich so sehr in eine andere Welt zu ziehen. Und sogar nach dem über 160 Minuten wollte ich nicht, dass der Film einfach so zu Ende ist und ich erneut ein ganzes Jahr warten muss.

Zum Film selbst möchte ich an dieser Stelle auch gar nichts Weiteres verraten, da die Story selbst und ihre Dialoge in der Tat recht dünn sind. Das ist aufgrund der Vorlage jedoch völlig legitim und nachvollziehbar. Trotzdem hat es Jackson wieder einmal geschafft ein richtig stimmiges Gesamtbild zu hinterlassen und eine grandiose Welt zu erschaffen, in die man vollends eintauchen kann. Etwas, das mir bei „Die Tribute von Panem“ zum Beispiel etwas gefehlt hat.

Also. Wer den zweiten Teil, oder sogar den ersten Teil, oder etwa Jacksons Mittelerde Gesamtwerk bisher nicht gesehen hat, sollte nun die Chance ergreifen. Smaugs Einöde erhält wie schon ein toller Vorgänger meine volle Empfehlung. Ein wahres Fest für Fantasy Fans!

-euer Genesis
 

Montag, 16. Dezember 2013

Die Tribute von Panem 1 & 2

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Harry Potter, Twilight und jetzt die Tribute von Panem. Alles Jugendbuchreihen, die sowohl Leser, als auch Filmfreunde gleichermaßen anziehen. Mal mehr - Mal weniger nachvollziehbar. Doch eins haben Sie alle gemeinsam. Sie verschaffen den Machern einen dicken Batzen Geld. Auch die Panem-Trilogie fällt in diese Kategorie. Im Moment läuft Teil zwei der Reihe im Kino. Doch was ist dran am Hype? Taugt der Film etwas? Oder ist doch alles nur übertrieben?


Das Land Panem blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Um den Frieden der Supermacht zu wahren, wurde vor vielen Generationen beschlossen das Land und ihre Bewohner in zwei Schichten zu teilen. Die Oberschicht, welche im Luxus schwelgt und die Unterschicht bestehend aus Arbeitern. Zudem wurden einzelne voneinander getrennte Distrikte errichtet um Aufstände oder Freidenker besser kontrollieren zu können. In Distrikt 12 lebt Katniss Everdeen zusammen mit ihrer Familie. Sie hat nicht das beste Leben, kommt jedoch ganz gut zurecht. Doch ein dunkler Schatten zieht über ihr Dasein, als wieder einmal der Tag der alljährlichen Hunger Spiele näher rückt. Ein Kampf um Leben und Tod. Eine Art moderner Gladiatorenkampf. Aus jedem Distrikt werden ein junger Mann und eine junge Frau per Zufallsprinzip ausgewählt und in die Schlacht gegen die anderen Tribute geschickt. In diesem Jahr sollte es Katniss‘ Schwester sein, die Distrikt 12 vertreten solle. Das kann sie jedoch nicht zulassen und bietet sich selbstlos selbst als freiwilliges Tribut an. Zusammen mit dem jungen Peeta muss sie also in die Arena steigen. Doch nur einer der 24 wird lebend zurückkommen.


Schon bei der Ausgangslage unterscheidet sich die Panem-Trilogie stark von Ihren geistigen Verwandten. Statt Fantasy und Magie beherrscht hier eine düstere Zukunftsdystopie die Atmosphäre und während andere Protagonisten übernatürliche Probleme Qualen, wirken Katniss‘ Sorgen sehr viel realer und greifbarer. Getrennt von ihrer Familie kommt sie in einer Trainingscamp und muss erst einmal ihr Können beweisen. Doch auch die anderen Teilnehmer schrecken vor nichts zurück. Immer wieder kommt auch ein Hauch Gesellschaftskritik zum Vorschein und man spürt die Kritik gegen den „Big Brother-Voyeurismus“. Personen die plötzlich im Mittelpunkt einer ganzen Bevölkerung stehen und zu Stars werden. Katniss hingegen hält nicht viel von all dem und lehnt sich immer wieder gegen das System auf und spätestens in der Arena wird sie langsam aber sicher zum Symbol einer neuen Revolution.


Die Tribute von Panem hat sicherlich seine Schwächen und vor allem die Welt an sich und ihre Geschichte hätte meiner Meinung nach noch sehr viel besser ausgearbeitet werden können. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Jugendbüchern und Filmen, wird hier an einen intelligenten Zuschauer appelliert der auch ohne an der Hand nehmen Zusammenhänge versteht und Gedanken weiter führt. Ja ich schiele zu dir Twilight. Während dort die Story klar und unkompliziert um die beiden Hauptfiguren gesponnen und ja darauf geachtet wird, dass man den Zuschauer nicht zu sehr belastet, begeistert die Tribute von Panem mit vielen Twists und einer schonungslosen und fast brutalen Geschichte. Spätestens nach dem Abspann des ersten Teils wird klar, dass Jugendbuch, bzw. Film eigentlich vollkommen fehl am Platz ist.


Deshalb bekommt die Filmreihe auch eine absolute Empfehlung von mir. Es ist schön zu sehen, dass nicht alle Filme für den Massenmarkt von einem dummen Zuschauer ausgehen, welcher lieber dicke Emotionen statt einer intelligenten Geschichte sehen will. Und auch der zweite Teil führt diese Denkweise fort und hält sogar einige noch überraschendere Twists bereit. Kritikpunkte gibt es wenige. Lediglich die verschwommene und etwas einfallslose Konzeption der Welt halten mich davon ab jetzt schon meinen Film des Jahres zu küren. Anschauen!
 

Donnerstag, 21. November 2013

Beyond: Two Souls (PS3)

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Nach Heavy Rain, versucht David Cage zusammen mit seinem Team von Quantic Dream erneut die Spielerschaft durch große Emotionen mit sich zu reißen. Und erneut spaltet er damit die Gemüter. Doch was ist dran am Leben der Jodie Holmes?



Eine Erfahrung zwischen Spiel und Film

Schon mit Fahrenheit auf der PS2 und Heavy Rain auf der PS3 gelang es den Entwicklern ein eigenes Genre zu definieren. Es gab zwar schon vorher diverse Arten von „interaktiven Filmen“, doch spätestens mit dem meines Erachtens grandiosen Heavy Rain erschuf man etwas nie Dagewesenes. Und mit Beyond will Mr. Cage seinen Stil nicht nur beibehalten, sondern noch drastischer durchsetzen.
 
Die Story dreht sich um ein Mädchen namens Jodie Holmes (verkörpert von Ellen Page) und ihren geisterhaften Freund Aiden. Zusammen erlebt man verschiedenste Ausschnitte aus dem Leben von Jodie und beobachtet wie sich ihr Werdegang entwickelt. Wer Heavy Rain gespielt hat, weiß in etwa wie das Spiel abläuft. Alles ist in einzelne Szenen unterteilt, welche je nachdem aber wesentlich länger ausfallen können als noch beim Vorgänger (etwa 5 – 40 Minuten). Jede dieser Szenen beginnt mit einer Zwischensequenz und irgendwann kann man schließlich Jodie selbst steuern. Im direkten Vergleich zum Vorgänger wirkt die Steuerung der Spielfigur jetzt zwar etwas besser, aber immer noch zu unpräzise. In den jeweiligen Szenen kann man dann mit der Umgebung interagieren oder zB mit Personen sprechen. Leider sind die Gedanken der Figur nun nicht mehr wie In Heavy Rain einsehbar, was ich persönlich etwas schade finde.

Spannend wird’s, sobald man Dreieck drückt. Dann schaltet die Steuerung auf Aiden um und man kann das Gebiet aus der Ego-Perspektive erkunden. Als Aiden ist es zum Beispiel möglich Gespräche zu belauschen, mit der Umgebung zu interagieren, Personen ab zu lenken, zu erwürgen oder sogar Besitz von Ihnen zu ergreifen. All diese Möglichkeiten geben verschiedene Arten, wie man diverse Situationen lösen kann. Meistens wirken sich diese Möglichkeiten aber nicht wirklich auf den weiteren Spielverlauf aus. Schade drum. Da Aiden auch untrennbar mit Jodie verbunden ist, kann er nur in einem gewissen Radius umherschweben. Manchmal vergrößert sich dieser Radius allerdings ohne wirklichen Grund, was einen kleinen Knick in der Logik gibt.


Mehr Spiel als Heavy Rain?

Schon bei Heavy Rain meckerten viele Spieler, dass einfach zu wenig „Spiel“ drin steckt und tatsächlich scheint man sich diese Worte seitens Entwicklerteam zu Herzen genommen zu haben. Man hat nicht mehr so oft das Gefühl einfach nur Knöpfchen zu drücken und ein QTE nach dem anderen ab zu arbeiten. Oft hat man auch viel größere Gebiete in denen man zum Beispiel schleichen, oder Gegner ausschalten muss. Die meiste Zeit funktioniert das auch recht gut und man fühlt sich fast wie Solid Snake. ;-) Es kommt jedoch auch vor, dass einem die für solche Manöver immer noch zu unpräzise funktionierende Steuerung einen Strich durch die Rechnung macht. Die Actionsequenzen wurden übrigens auch überarbeitet. Ist Jodie etwa in einem Kampf, schaltet das Spiel bei jeder Aktion in eine Zeitlupe und man muss den rechten Stick entsprechend Jodies Bewegung ausführen. In der Hektik geht da aber manchmal die Übersicht verloren und man erleidet einen Treffer nach dem anderen.


Das Herzstück bleibt die Story

Obwohl Beyond mit verschiedenen Mitteln versucht mehr Spiel zu sein und es Streckenweise sogar recht gut schafft, bleibt das Herzstück natürlich die Story und ihre Charaktere. Im Kern steht dabei natürlich Jodie und ihre Beziehung zu Aiden. Es ist interessant mit an zu schauen, wie Aiden auf Jodies Aktionen reagiert. Es kann durchaus vorkommen, dass ihm etwas nicht passt und er dem Spieler Streiche spielt. Minder wichtig für die Geschichte ist Nathan Dawkins (verkörpert von Willem Dafoe). Er arbeitet bei der DPA eine Unterorganisation der CIA welche paranormale Aktivitäten erforscht. Mit zunehmender Spieldauer gewinnt auch die Beziehung zwischen ihm und Jodie immer mehr an Bedeutung. Übrigens läuft die Story von Beyond nicht strikt chronologisch ab. Mal spielt man die erwachsene Jodie, in der nächsten Szene als kleines Mädchen nur um dann auf eine Party als Teenager zu gehen. Das bringt nicht nur Erzählerisch einige Kniffe, sondern auch spielerisch. So konnten die Entwickler auf künstlich wirkende Action-Szenen verzichten und eine gute Mischung aus ruhigen und schnellen Sequenzen aneinander reihen. Tolle Idee!



Technisch über jeden Zweifel erhaben

Ein ist klar. Man kann Beyond mögen oder nicht, aber auf technischer Seite wurde wirklich alles richtig gemacht. Durch den starken Einsatz von Motion-Capturing sehen die Animationen und auch die Charaktere selbst brillant aus. Vor allem Jodie und Dawkins wirken fast real und kitzeln alles aus der alten PS3 heraus, was möglich ist. Die Schauplätze sind zu jeder Zeit stimmig und insgesamt wirkt jeder Moment wie aus einem guten Kinofilm. Auch die deutschen Sprecher machen eine richtig gute Arbeit und nehmen es auf jeden Fall fast mit dem englischen Original auf. Dazu kommt noch ein grandioser Soundtrack welcher ursprünglich von Normand Corbeil kommen sollte. Dieser verstarb jedoch tragischer Weise bevor er seine Arbeit abschließen konnte. Somit wurde diese Aufgabe an Lorne Balf weitergegeben, welcher schon bei Assassin’s Creed III seine Qualität für Videospielsoundtrack bewiesen hat. Und auch Hans Zimmer war am Projekt beteiligt, was man an vielen Stellen auch eindeutig hört. Viele Parts klingen stark nach Dark Knight oder Inception. Insgesamt behält das Team die Ideen ihres Vorgängers jedoch bei. Die sphärischen und geisterhaften Melodien fügen sich perfekt in das sehr gute Gesamtbild und sorgen oftmals für Gänsehaut Momente. Sogar einige schaurige Passagen ließen mich als Spieler ein paar Mal erschrecken. Alles in allem einer der besten Game-OSTs der letzten Jahre.



Wie von einer anderen Welt

Fazit: Für mich war Beyond: Two Souls eines der meist erwarteten Spiele diesen Jahres. Und ich wurde nicht enttäuscht. Mit einer grandiosen Optik präsentiert David Cage ein weiteres ungewöhnliches Videospiel mit tollen Charakteren und einer packenden Geschichte die mich erneut verschiedenste Gefühle durchleben ließ. Ellen Page und Willem Dafoe lieferten beide tolle Arbeit und für mich ist Beyond trotz einiger Schwächen und Logiklöchern eines der besten und auf jeden Fall interessantesten Spiele des Jahres. Auch wenn ich sagen muss, dass Jodies Leben einen Ticken hinter dem grandiosen Vorgänger um den Origami Killer liegt. Trotzdem sind wohl beide Werke absolute Pflichttitel für ambitionierte PS3-Besitzer und Beyond: Two Souls ist ein weiteres grandioses Abschiedsgeschenk für die gute alte Playstation 3. (Meine Fat-Lady;-))

Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Projekt von quantic dream und hoffe, dass nächstes Mal wieder mehr Wert auf handlungsrelevante Entscheidungen gelegt wird. Denn obwohl es verschiedenste Enden gibt (habe bis jetzt 4 gesehen), unterscheiden sich manche Mal mehr, mal weniger vom anderen. Insgesamt bleibt jedoch alles wesentlich linearer als in Heavy Rain. Und auch an der Logik der Story könnte man nächstes Mal noch etwas besser arbeiten. Ansonsten meine volle Empfehlung für alle Fans einer packenden Geschichte!

-euer Genesis