Montag, 5. Juni 2017

Sieben Minuten nach Mitternacht






In tiefer Schwärze eingehüllt, verliert Conor das Gleichgewicht. Der Boden scheint unter seinen Füßen wegzubrechen und just in diesem Moment erwacht er schweißgebadet aus dem Albtraum. Es ist derselbe Traum, den er schon dutzende Male erlebt hat. Doch in dieser Nacht bekommt er Besuch von einem Monster. Die gewaltige Eibe am Hügel vor Conor’s Fenster erwacht sieben Minuten nach Mitternacht zum Leben und verschlingt ihm mit Haut und Haar. Wieder erwacht der Junge in seinem Zimmer. Erneut ein Traum? Dies sollte nicht die letzte Begegnung mit dem Monster sein. Immer wieder bekommt er Besuch von ihm. Das Monster beginnt ihm drei Geschichten zu erzählen. Über Verrat, Lüge und die Wahrheit. Am Ende dieser Geschichten, steht die vierte, in der Conor seine eigene Wahrheit offenbaren soll.

Sieben Minuten nach Mitternacht erzählt die Geschichte des Mittelschülers Conor. Sein Leben ist mehr als schwierig: Seine Mutter ist ständig krank, die Großmutter bevormundet ihn und in der Schule wird er lediglich von den Stärkeren beachtet und verprügelt. Er flüchtet sich in die Einsamkeit und sein stummer Ruf schien das Monster beschworen zu haben. Mit wunderschönen, in abstraktem Schwarzen gehaltenen, Bildern illustriert, erzählt das Buch in kurzen Kapiteln von der schwersten Zeit in Conor’s jungem Leben. Eine Geschichte, die seine Leser auf tragische Weise berührt, sie in fantastische und doch so lebensnahe Geschichten entführt und Trost spendet.


Zum Film:



Auch der Film hält sich größtenteils an die grandiose Vorlage, und fängt die Atmosphäre des Buches gekonnt ein. Besonders gut inszeniert sind die Geschichten des Monsters, welche durch wunderschöne und teils skurrile Animationen illustriert werden. Es wurden jedoch einige Details verändert, wobei weggelassen hier das treffendere Wort wäre. So fehlt Conor’s einzige echte Freundin Lily komplett. Dafür belohnt der Film seine Zuschauer mit einem erweiterten Ende, das weitere Interpretationsspielräume zulässt.

Insgesamt ist auch der Film äußerst gelungen und gerade audiovisuell gut gestaltet. Die Charaktere sind stets glaubwürdig und besonders das Baummonster wurde charmant portraitiert. Ein emotionaler Streifen, der zwar nicht ganz dessen Genialität erreicht, aber durchaus an den Klassiker „Pan’s Labyrinth“ erinnert.