Donnerstag, 10. März 2016

Brynhildr in the Darkness (Manga)





Ryouta liebt es zusammen mit seiner Grundschulfreundin Kuroneko in die Sterne zu schauen. Diese behauptet waschechte Außerirdische gesehen zu haben, um dies zu beweisen will sie Ryouta das Alien zeigen. Doch dazu sollte es nie kommen. Durch ein Missgeschick stürzen die beiden Kinder in die reißenden Fluten eines Flusses. Etwas das Kuroneko mit ihrem Leben bezahlt. Sich die Schuld für ihren Tod gebend, beschließt Ryouta Murakami von dort an in den Sternen Ausschau nach den Außerirdischen zu halten.

Inzwischen besucht Ryouta die Oberstufe und gehört als letztes Mitglied zum Astronomieclub, welcher sich früher am liebsten in der Sternwarte traf. Sein Leben nimmt einen ungeahnten Lauf, als eines Tages ein neues Mädchen in seine Klasse wechselt, das seiner einstigen Kindheitsfreundin bis auf’s Haar gleicht. Doch die Fremde scheint ihn weder zu kennen, noch trägt sie Kuronekos markantes Muttermal. Als sie ihn am darauffolgenden Abend auch noch mit scheinbar übermenschlichen Kräften vor dem Tod rettet, überschlagen sie die Ereignisse und Ryouta gerät in den Konflikt zwischen einem mysteriösen Labor und deren Experimenten.

Genau wie schon Elfen Lied zuvor, kombiniert Okamoto niedliches Charakterdesign mit expliziten Themen und Gewaltdarstellung. Der Kontrast wirkt hier zwar bei weitem nicht mehr so drastisch wie noch im Erstling, doch seine Handschrift ist unverkennbar. Optisch hat sich der Mangaka nach seinem Meisterwerk Elfen Lied deutlich verbessert. Die Figuren wirken wesentlich lebendiger und besser proportioniert. Die Hintergründe sind sehr detailliert und auch Bewegungen werden viel besser eingefangen. Gegen Virtuosen wie Takeshi Obata (Death Note, Bakuman, Platinum End) oder Jin-Hwan Park (The Breaker-Series) muss er sich aber eindeutig geschlagen geben. Auch die verwendeten Techniken lassen einige Bilder leider etwas unscharf oder gewisse Muster verschwommen wirken. Insgesamt jedoch ein toll gezeichneter Manga, welcher nur in dynamischen Szenen und etwas an der benutzten Technik krankt.

Die Charaktere sind durchaus sehr gelungen. Auch wenn sie oft etwas stereotypisch wirken. In vielen Szenen brechen sie allerdings aus ihrer Schublade aus und zeigen, dass der erste Eindruck täuscht. Etwas gestört hat mich hingegen der Ecchi-Anteil. Wie immer einer meiner Kritikpunkte. War nackte Haut bei Elfen Lied fast durchwegs sehr geschmackvoll und thematisch passend gestaltet, so gibt es mir hier ein paar zu viele fragwürdige Badeszenen. Diese dürften für Genrekenner zwar wirklich mehr als harmlos sein, sie störten mich jedoch leider etwas im Lesefluss. Ansonsten bietet die Story eine angenehme Mischung aus ruhigen Kapiteln mit vielen Emotionen und actionlastigen, sowie blutigen Abschnitten.


Fazit: Nachdem ich schon 2014 den Anime gesehen hatte, dauerte etwas, bis ich nun endlich den Manga nachholen konnte. Doch das Warten hat sich gelohnt. Lynn Okamoto schafft mit Brynhildr in the Darkness einen würdigen Nachfolger zum Klassiker Elfen Lied, welcher trotz zahlreichen Parallelen durchaus überzeugt. Mir hat der Manga richtig gut gefallen und ich werde auch nach dem aktuell erschienenen 13. Band noch weiter lesen. Die Story ist im Vergleich zum Anime besser nachvollziehbar und wartet wohl noch mit so einigen Überraschungen auf. Nur nicht vom etwas überzogenen Fanservice abschrecken lassen, denn dahinter lauert eine wirklich tolle Story.

Donnerstag, 3. März 2016

Until Dawn (PS4)



Typisch Teenie-Slasher: Eine Gruppe Jugendlicher unternimmt einen gemeinsamen Skiausflug in eine abgelegene Bergregion. Dabei geht ein harmloser Streich furchtbar schief und zwei Mädchen verschwinden. Tage vergingen und jede Suche in den verschneiten Wäldern bleibt erfolglos. Um über dieses einschneidende Erlebnis hinwegzukommen, beschließen sie ein Jahr darauf erneut in die Hütte zu kommen und ein gemeinsamen Wochenende zu verbringen.

Alles ist vertreten. Vom Sportler über keifender Zicke, bis hin zum frisch verliebten Pärchen. Doch bereits nach kurzer Zeit zeigt Until Dawn, dass diese Klischees nur zum Teil erfüllt werden und mit den Erwartungen spielen. Nach einigen merkwürdigen Ereignissen auf dem Berg begreift die Gruppe bald, dass ihnen reale Gefahr droht und die Horror-Story nimmt ihren Lauf. Was dann folgt kennt man zwar, dass es aber wirklich gut umgesetzt wurde, darüber gibt es keine Zweifel. Die Entwickler spielen mit Erwartungshaltung, der düsteren Atmosphäre, dem tollen Soundtrack und einigen wirklich guten Story-Twists und schaffen so nebenbei garantiert einen der besseren Genrevertreter der letzten Jahre. Und ich spreche hier auch vom Filmbereich. Until Dawn hat es wirklich geschafft mich in Unbehagen zu stürzen und mich dutzende Male richtig übel zu erwischen. Dabei wird zwar nie die abgrundtiefe Angststimmung eines p.t. erreicht, dafür aber ein grandioser Horror-Slasher mit überraschender Charakterentwicklung hervorgebracht.

Das Gameplay selbst kennt man als Fan dieser Art von Spielen von Klassikern wie Heavy Rain oder den Telltale-Spielen. Obwohl ich sagen muss, dass in puncto Steuerung die Kollegen von quanticdream mit ihrem Drama einen besseren Job gemacht haben. Insgesamt spielt sich der interaktive Horror-Streifen aber sehr dynamisch und man muss sich selten über die Bedienung ärgern.

Audiovisuell und technisch gibt es wenig zu bemängeln. Die eingesetzte Grafikengine lässt vorallem bei der Charakterdarstellung ihre Muskeln spielen. Die virtuellen Charaktere, welche von einigen bekannten Schauspielern verkörpert werden, gehören zum besten, das man derzeit in Videospielen erleben kann. Auch die Welt drum herum sieht einfach brilliant aus und überzeugt durch eine fantastische Lichtstimmung. Die deutsch Vertonung ist zumindest den Sprechern auch recht gut gelungen. Sehr zu kritisieren ist allerdings die technische Umsetzung derselben. Über meine TV-Lautsprecher klang der Ton oft hohl, hölzern und zum Teil auch schlecht abgemischt. Mit Kopfhöhrern kann man dieses Problem jedoch leicht beheben. Etwas das ich beim Zocken eines Horrorspiels ohnehin sehr empfehle.

Fazit: Spieler mit dünnen Nerven sollten sich zweimal überlegen Until Dawn zu spielen. Denn es packt die positiven Aspekte eines interaktiven Films à la Heavy Rain in ein beklemmendes Horror-Szenario mit einer überraschend guten Story. Mich hat das Spiel auf jeden Fall richtig positiv überrascht. Die Entscheidungen haben spürbare Auswirkungen, die Steuerung ist recht gut gelungen und als Genrefan kann man eigentlich nur zugreifen.

-euer Genesis

Dienstag, 23. Februar 2016

Deadpool (Kino)



Wade Wilson hat es wirklich nicht einfach. Krebskrank unterzieht er sich einer dubiosen Behandlungsmethode, welche ihn zwar nicht nur heilt sondern sogar fast unsterblich macht, aber die optischen Schäden sind so garnicht im Sinne des exzentrischen Ex-Soldaten. Denn so kann er seiner geliebten Freundin auf keinen Fall unter die Augen treten. Einzige Lösung: Den Mann zu finden, der ihn zu dem gemacht hat was er jetzt ist. Bewaffnet mit jeder Menge Feuerkraft, seinen zwei Schwertern, dem obligatorischen "Superheldenanzug" und einer gehörigen Portion schwarzen Humor, schnetzelt er sich als Deadpool bald durch die Riegen seiner Feinde. Dabei hat er stets einen lockeren Spruch auf den Lippen und scheut sich auch nicht davor, alles und jeden durch den Kakao zu ziehen. Auch Produktionsfirma oder Ryan Reynolds selbst bekommen dabei die eine oder andere Bemerkung spendiert. Genial!

Fazit: Deadpool macht einfach nur Spaß! Satte Action, geniale Gags und jede Menge Blu. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt im Kino so herzlich gelacht habe. Obendrein verzichtet der Film auf fragwürdige 3D-Spielereien und beweist wieder mal, dass gute Filme keine aufgesetzten 3D-Effekte brauchen. Eine unbedingte Empfehlung für alle Fans nicht ganz so seriöser Unterhaltung.

-euer Genesis

Donnerstag, 18. Februar 2016

Fallout 4 (PS4)

Krieg. Krieg bleibt immer gleich. Aber hat sich bei Fallout 4 was getan? An dieser Stelle möchte ich jedoch nur ein kurzes Fazit zum Spiel abgeben. Denn ausführliche Tests gibt es zu diesem Triple A Titel wohl zur Genüge.




Insgesamt fühlt sich der vierte Teil der Hauptserie mehr an wie Fallout 3, als es damals New Vegas tat. Zumindest was Storytelling und Atmosphäre angeht. Wie bereits in Fallout 3, erleben wir gemeinsam mit unserer (jetzt sprechenden) Hauptfigur, zum ersten Mal das atomare Ödland von Fallout 4. Im ausufernden Commonwealth genannten Staat, der früher Boston genannt wurde, treffen wir auf viel Bekanntes, aber auch auf so einiges an neuen Inhalten. Das fängt bereits beim Hauptcharakter an. Dass dieser jetzt spricht, lässt das Spiel zwar hochwertiger als seinen Vorgänger wirken, mir persönlich ist bei solchen Spielen aber eine stumme Hauptfigur etwas lieber. Richtig gut gefallen hat mir jedoch das verbesserte Shooter-System. War man bei den Vorgängern eindeutig auf V.A.T.S angewiesen, lässt es sich nun auch im Actionmodus gemütlich durchstreifen. Weggefallen ist hingegen das Karma-System. Die Entscheidungen wirken sich nun verstärkt auf die Beziehung zu den vielen Begleitern aus. Grundsätzlich toll, ist auch der Crafting-Modus. Nun hat endlich jedes Stück Müll, das man findet seinen Zweck. Ein externer Baumodus, indem man seine Siedlung vielleicht aus einer Vogelperspektive managen kann, wäre allerdings sehr erstrebenswert gewesen. Denn so kämpft man oft mit der fummeligen Steuerung und braucht oft eine gefühlte Ewigkeit, bis das geplante Bauwerk fertiggestellt ist. Auch ja und ein Tutorial für diesen Modus hätte eigentlich auch drin sein müssen.

Insgesamt kann ich aber nur sagen, dass Fallout 4 ein würdiger Nachfolger geworden ist, mit dem man viele, viele spaßige Stunden haben kann. Gameplay und Grafik haben sich deutlich verbessert und wurden um einige interessante Funktionen erweitert. Leider wurde die Tragweite der Entscheidungen eingeschränkt und auf einige wenige Variablen reduziert. Setzte sich das Ende in Teil 3 aus dutzenden Clips zu den verschiedensten Erlebnissen im Ödland zusammen, beschränkt sich Teil 4 lediglich auf die Hauptquest. Sehr schade.Dennoch gilt: Wer die Vorgänger mochte, wird auch Teil 4 genießen. Leute die Bethasda Spielen grundsätzlich nichts abgewinnen können, sollten lieber auf Abstand gehen. Für alle anderen hat Bethesda übrigens bereits Nachschub. Erst kürzlich wurden ein erweiterter Überlebens-Modus und die DLCs inklusive vollwertigem Addon angekündigt.

-euer Genesis

Dienstag, 2. Februar 2016

Psycho-Pass (Anime)





Die Welt folgt einer neuen Ordnung. Doch was ist dieses sichere Leben wert?

Wir befinden uns im Japan des 22. Jahrhunderts. Die Gesetze und Regierung, welche wir kannten, wurden abgeschafft. Stattdessen besitzt jeder Bürger nun einen virtuellen Ausweis. Den sogenannten Psycho-Pass, welcher den psychischen Zustand seines Besitzers anzeigt. Je trüber und dunkler der Farbton wird, desto anfälliger ist das Individuum zum Täter eines potentiellen Verbrechens zu werden. Überwacht wird dies alles vom Sibyl System. Ein ultrakomplexes Hochleistungssystem, das alle Einwohner ständig überwacht. Fällt der Farbton eines Bürgers in einen kritischen Bereich, wird er zur Therapie geschickt. Weigert er sich dagegen, kommen die Inspektoren und Vollstrecker des Amts für öffentliche Sicherheit zum Einsatz. Einer dieser Inspektoren ist die kürzlich eingetretene Akane Tsunemori, welche bereits an ihrem ersten Tag mit einem schwierigen Fall betraut wird. Ausgerüstet mit der Einsatzwaffe, dem Dominator, gerät die junge Frau bald in immer komplexere Fälle, welche bald schon die Gesellschaft und die Existenz dieses Lebens selbst hinterfragen sollen.


Production I.G.‘s Meisterstück

Audiovisuell ist dem bekannten Animationsstudio, welches sich bereits mit Guilty Crown oder Kuroko no Basket auszeichnete, erneut ein Glanzstück geglückt. Die düsteren Science-Fiction Motive passen perfekt zur Handlung und tragen stets zur grandiosen Atmosphäre bei. Der Soundtrack lässt sich als subtile Mischung aus Elektro und Rock mit Jazzeinflüssen kategorisieren. Dabei ist die Musik selten aufdringlich und setzt nur zu dem richtigen Zeitpunkt ein. Das richtige Highlight sind jedoch Charaktere und Story. Maßgeblich dazu beigetragen hat hierzu garantiert Gen Urobuchi, welcher sich schon durch die Serie Madoka Magicka auszeichnete. Psycho-Pass setzt jedoch erneut eine Schippe drauf und überzeugt durch extrem glaubhafte und einzigartige Charaktere, sowie einem sich ständig steigerndem Plot mit einigen brillanten Szenen. Obendrein brachte die Serie wohl einen der charismatischsten Antagonisten der letzten Jahre hervor.


Fazit: Psycho-Pass ist nicht weniger als einer der besten Animes die ich je gesehen habe. Eine grandiose Umsetzung einer nicht minder grandiosen Grundidee, welche stark durch Klassiker wie Orwell‘s 1984 oder der Animeserie Ghost in the Shell beeinflusst wurde. Obendrein beeindruckt die Serie mit einer fantastischen Atmosphäre und besticht auch in der deutschen Vertonung mit überzeugenden Sprechern, welche nur in den emotionalen Szenen dem japanischen Original unterliegen. Eine riesige Empfehlung für Fans düsterer und ernster Geschichten mit philosophischem Tenor.

-euer Genesis