Donnerstag, 14. Juli 2016

The Wolf Among Us (PS4)





Es war einmal vor langer, langer Zeit, da lebten alle Fabelwesen und Märchengestalten in ihren Geschichten. Doch dann traten sie in die Menschenwelt und fortan gerieten ihre Leben durcheinander.

Das bereits 2014 erschienene Adventure basiert auf der Comicserie „Fables“ und wirft Schneewittchen und Co in unsere Welt. In dieser leben sie in der Kommune „Fabletown“ in New York. Bigby Wolf, ehemals bekannt als der große böse Wolf, ist der Sheriff dieser Gemeinde und just bereits zu Beginn des Spiels steht jede Menge Ärger ins Haus. Einerseits halten sich nicht alle Fabelwesen an die Glimmer-Vorschrift, ein Zauber der die wahre Gestalt verbirgt und die Wesen menschlich wirken lässt, andererseits wird die Warteschlange vorm Verwaltungsbüro immer länger. Als Bigby dann auch noch den Kopf eines Fabelwesens vor seiner Türschwelle findet, entspinnt sich ein Mordfall, der viel tiefer reicht, als er sich zuerst vorstellen kann. Eine Geschichte voller falscher Spuren, Geheimnisse und Intrigen nimmt ihren Anfang.

Wer bereits ein Spiel von Telltale Games gespielt hat, weiß auf was er sich einlässt. Minimalistisches Gameplay mit tollen Charakteren und einer spannenden Story. Während die letzten beiden Punkte bei manchen ihrer Spiele durchaus Streitpunkte sind, beweisen die Entwickler mit the Wolf among Us, dass sie in puncto Storytelling zu den Spitzenreitern der Branche gehören. Jede der fünf Episoden steckt voller Plot-Twists und einzigartiger Charaktere. Das alles wird mit einer äußerst stimmigen Optik und grandioser Vertonung präsentiert.


Fazit: Mit the Wolf Among Us lieferten die Entwickler der grandiosen ersten The Walking Dead Staffel ein ebenbürtiges Adventure mit vielschichtigen Charakteren und die gehaltvollste Story. Die Geschichte um die Fables ist nichts weniger als ein waschechter Krimi mit erwachsener Thematik in einem frischen Setting. Jeder der über das seichte Gameplay hinweg sehen kann, erhält erstklassige Unterhaltung die einfach Lust auf mehr macht. Bleibt nur noch die Hoffnung auf eine zweite Staffel.

-euer Genesis

Mittwoch, 6. Juli 2016

Sebastian Fitzek - Passagier 23 (Psychothriller)



 

Michael Schwartz hat alles verloren. Nach dem tragischen Selbstmord seiner Frau, bei dem sie auch ihren gemeinsamen Sohn mit in den Tod gerissen hat, flüchtet sich der Polizeipsychologe als verdeckter Ermittler in höchst gefährliche Aufträge. Dabei läge ihm nichts weniger am Herzen als sein eigenes Wohl. Eines Tages erhält er jedoch einen Anruf von einer angeblichen Thriller Autorin. Sie sagt ihm, dass sie etwas über den Tod seines Sohnes Timmy und seiner Frau weiß und lädt ihn erneut an den Ort des Verbrechens ein: das gigantische Kreuzfahrschiff „Sultan oft the Seas“. Martin ist natürlich alles andere als begeistert. Hatte er sich doch geschworen niemals in seinem Leben auf eines dieser Dinger zu gehen. Doch als er von einem verschwundenen Mädchen hört, das nach Wochen wieder dort aufgetaucht ist, schlägt sein Ermittlersinn an. Viel interessanter ist jedoch das, was das Mädchen bei sich hatte: den Teddy seines seit Jahren vermissten Sohnes Timmy.

Die Geschichte fokussiert sich stark auf den Hauptcharakter Martin Schwartz. Dieser gibt sich, wie schon erwähnt, recht selbstaufgebend. Sein Job und die Wahrheit stehen bei ihm an erster Stelle. Auch wenn das heißt selbst ein paar Schläge einzustecken. Neben ihm wird das Geschehen noch von der Sicht des Kapitäns Daniel Bonhoeffer, des Diebes Tiago Alvarez und einiger anderer Nebenfiguren erzählt. Dabei spielt Fitzek gerne mit den Möglichkeiten der Perspektiven. Da dies mein erster Roman von ihm war, musste ich mich natürlich erst an seinen Stil gewöhnen. Dieser ist kurz, prägnant und direkt. Die Struktur seines Romans folgt dem Schema vieler kurzer Kapitel mit wechselnden Perspektiven. Er spielt dabei mit zahlreichen Cliffhangern und Andeutungen. Manch einer mag ihm das vielleicht vorwerfen und als schlechten Stil beschreiben, fürs Genre und die Geschichte passt seine Art jedoch meiner Meinung nach recht gut. Auch die Atmosphäre wirkt düster und bedrohlich und richtig gut gefallen haben mir die zahlreichen unvorhersehbaren Plot Twists. Viele dieser wichtigen Ereignisse habe ich tatsächlich nicht vorhergesehen. Ich muss mich jedoch auch ein wenig in Kritik üben. So sind die vielen Cliffhanger dem einen oder anderen vielleicht zu viel. Was mich jedoch etwas gestört hat, waren die Charakteren. Grundsätzlich gibt es zu denen nicht viel aus zu setzen. Jedoch wirkten manche Handlungen nicht ganz schlüssig. Zumindest in dieser Art, wie einem die Figuren vorgestellt werden. Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass mir keine der Figuren besonders sympathisch war. Hier hätte ich mir einen größeren Ausflug in die Geschichten der Charaktere gewünscht, wie es etwa Stieg Larsson bei seiner Millennium-Trilogie gemacht hat. Mir ist klar, dass sich Fitzeks 400-Seiten Roman schwer mit dem dreibändigen Millennium-Werk vergleichen lässt. Dennoch hätte ich hier gerne ein paar Seiten mehr gelesen um die Charaktere besser verstehen zu können.


Fazit: Sebastian Fitzek trifft einfach genau ins Schwarze. In Passagier 23 schreibt er pointiert und höchstspannend mit zahlreichen tollen Plot Twists. Er lädt den Leser ein auf eine grausige Kreuzfahrt in der an kleinen Stellen leider die Logik das Opfer der Spannung wird. Nichts desto trotz dennoch ein äußerst empfehlenswertes Buch. Nervenkitzel garantiert! Ich würde mir nur wünschen, dass ich bei seinem nächsten Werk mehr über die Charaktere lesen darf. In diesem Sinne: Alle Mann an Bord!

-euer Genesis

Dienstag, 5. Juli 2016

Ein ganzes halbes Jahr (Kino)






Nachdem die Prüfungsphase an der Uni im Juni ihren Tribut gefordert hat und mir keine Zeit ließ mich mit meinem Blog zu beschäftigen, werden in den nächsten Tagen einige Beiträge folgen. Es würde mich sehr freuen, wenn sich wieder ein paar verlorene Seelen hierher verirren würden. In diesem Sinne: ab zum eigentlichen Thema.

Daenerys Sturmtochter aus dem Haus Targar… Moment. Louisa Clark, verkörpert von Emilia Clarke, hat es nicht leicht. Ganz ohne Drachen, Heer und weißen Haaren inklusive adeliger Blutlinie, stellt für die junge Frau der Verlust ihrer Anstellung in einem Café ein großes Problem dar. In einem kleinen englischen Ort ist es schwer an eine gut bezahlte Arbeit zu kommen und Louisas große Familie kann jeden Cent gebrauchen. Abgesehen von ihrer lebensbejahenden Einstellung und dem bunten Kleiderschrank, hat sie leider keine allzu großen Qualifikationen vor zu weisen. Am Arbeitsamt erhält sie jedoch eine Möglichkeit, welche schon bald ihr Leben verändern soll.

Etwas Glück und vor allem ihre positive Art verschaffen ihr schlussendlich eine Stelle als Betreuerin eines körperlich beeinträchtigten Menschen. Dass es sich dabei um den Sohn der örtlichen Nobelfamilie handelt, war ihr zuerst nicht bewusst. Paralysiert von einem schicksalhaften Unfall sitzt Will seit gut zwei Jahren im Rollstuhl. Er kann lediglich seinen Kopf und kleinste Teile seiner Hände bewegen. Seinen Lebenswillen hat er schon lange eingebüßt. Gezwungenermaßen verbringt das ungleiche Paar so einen Tag nach dem anderen. Weder ihre lockere Art, noch ihr ausgefallener Kleiderschrank scheinen Lou zu helfen, ihre Arbeit mit Begeisterung zu erledigen. Gerade als sie schon daran denkt auf zu geben, erschließt sich Wills Plan in einem halben Jahr aktive Sterbehilfe zu beanspruchen. Geschockt von den Ereignissen droht Lou nun tatsächlich alles hin zu schmeißen. Doch im letzten Moment nimmt sie all ihren Mut zusammen und beschließt Will vor sich selbst zu retten. Es beginnt eine Geschichte einer ungleichen Freundschaft. Leid, Hoffnung, Trost und zuletzt Liebe. All das erzählt die Umsetzung des gleichnamigen Bestseller-Romans von Jojo Moyes.


Fazit: Emilia Clarke mal anders. Die meisten kennen sie wahrscheinlich aus dem TV-Epos Game of Thrones. Doch in „ein ganzes halbes Jahr“ zeigt Emilia, dass sie auch ohne mürrischen Gesichtsausdruck überzeigen kann. Gewollt überzogen präsentiert sie die lebenslustige Louisa. Und auch der restliche Cast kann sich durchaus sehen lassen. Besonderes Highlight ist hier ihr Westeros-Kollege Charles Dance (Tywin Lannister). Viele werden vermutlich bereits nach dem Trailer die Parallelen zum Kinoerfolg „Ziemlich beste Freunde“ festgestellt haben. Und natürlich bedient sich Frau Moyes einiger dieser Komponenten. Nichtsdestotrotz beginnt der Film aber bereits nach dem ersten Drittel in eine etwas andere Richtung zu verlaufen, welche schließlich im Finale mündet. Eine sehr gelungene Umsetzung mit gutem Cast und herzerwärmender Story, die nur an kleinen Stellen etwas zu ambitioniert wirkt. Insgesamt aber durchaus empfehlenswert und klar einer der besseren Romance-Movies.